Die Auswertung und Darstellung von genealogischen Daten

Der Familienforscher muss bei seinen Nachforschungen mit System vorgehen, ansonsten wird er wichtige Fakten vergessen, die vielleicht für die weitere Forschung notwendig sind. Jedoch kann er sich seine Arbeit mit verschiedenen Methoden und Hilfsmitteln erleichtern, die hier kurz vorgestellt werden sollen.

Personenkarteikarten

Um das gesammelte Wissen in eine geordnete Form zu bringen, müssen diese nach einem festen System abgelegt werden. Dies können Sie durch Karteikarten erreichen. Dabei wird für jede Person eine eigene Karte erstellt, auf der sämtliche Daten mit den jeweiligen Quellenangaben festgehalten werden. Sortiert werden diese in alphabetischer Reihenfolge. Im Gegensatz oder als Ergänzung dazu steht die Datenerfassung per Computer.

Personenkarteikarte

Nummerierung

Um die Daten besser darzustellen, wird für die meisten Auswertungen eine Nummerierung eingeführt. Die bekannteste dürfte die nach Kekule sein, die Sie häufig bei Ahnenlisten und -tafeln finden werden. Sie ist recht einfach: der Proband erhält die Nr. 1, sein Vater die Nr. 2, die Mutter Nr. 3 usw.

4   5   6   7
  2       3  
      1      

Mathematisch lässt sich dies auf die folgende Formeln bringen:

Nr. des Vaters = Nr. der Ausgangsperson × 2
Nr. der Mutter = Nr. der Ausgangsperson × 2 + 1

Männliche Vorfahren erhalten dabei immer die geraden, weibliche Vorfahren die ungeraden Nummern!

Bei Stammtafel existiert keine direkte, genormte Nummerierung. Vielfach anzutreffen ist hier die Nummerierung, wie sie auch in den Deutschen Geschlechterbücher (DGB) zu finden sind. Hier wird dem ältesten bekannten Ahnen die Nr. I gegeben, seine Kinder erhalten die Nr. II, die Enkel Nr. III usw. Ab der zweiten Generation wird der Nummer ein alphabetischer Kenner angehängt, und die unterschiedlichen Nachfahrenanzahl zu kennzeichnen.

Ahnenbezeichnung

Systematisches Arbeiten als Familienforscher erfordert auch, dass Sie über die Ahnenbezeichnungen Bescheid wissen:

Bezeichnung Generation
Ahnentafelnummer
Proband   1.
Eltern I 2. - 3.
Großeltern II 4. - 7.
Urgroßeltern III 8. - 15.
Alteltern IV 16. - 31.
Altgroßeltern V 32. - 63.
Alturgroßeltern VI 64. - 127.
Obereltern VII 128. - 255.
Obergroßeltern VIII 256. - 511.
Oberurgroßeltern IX 512. - 1023.
Stammeltern X 1024. - 2047.
Stammgroßeltern XI 2048. - 4095.
Stammurgroßeltern XII 4096. - 8191.
Ahneneltern XIII 8192. - 16383.
Ahnengroßeltern XIV 16384. - 32767.
Ahnenurgroßeltern XV 32768. - 65535.
Urahneneltern XVI 65536. - 131071.
Urahnen-Großeltern XVII 131072. - 262143.
Urahnen-Urgroßeltern XVIII 262144. - 524287.
Erzeltern XIX 524288. - 1048575.
Erzgroßeltern XX 1048576. - 2097151.
Erzurgroßeltern XXI 2097152. - 4194303.
Erzahneneltern XXII 4194304. - 8388607.
Erzahnen-Großeltern XXIII 8388608. - 16777215.
Erzahnen-Urgroßeltern XXIV 16777216. - 33554431.

 

Ahnentafel

Sie wird auch »Vorfahrentafel« genannt. Sie stellt die Verbindung eines Probanden zu seinen Eltern, Großeltern, Urgroßeltern etc. dar. Als Nummerierung werden die Ahnenkennziffern nach Kekule verwendet. Die Verbindungen werden mittels einer Linie symbolisch angezeigt.

Ahnentafel

Stammtafel

Sie wird auch »Stammbaum« genannt. Sie bildet im Gegensatz zur Ahnentafel die männlichen Nachfahren eines Stammvaters ab.

Stammtafel

Die Stammtafel lässt sich dabei wie folgt unterteilen:

                    I            
Hauptstamm        II a               II b        
Stamm   III a   III b   III c       III f        III g    
Hauptast   IV c   IV c   IV g               IV z    
Ast       V m   V u               V z    
Hauptzweig       VI b   VI h           VI s       VI z
Zweig       VII l   VII o     VII s     VII t   VII v   VII z
Haus       VIII c       VIII m   VIII o       VIII v   VIII w

 

Nachfahren- bzw. Sippschafttafel

Sie ist eine Variante der Stammtafel, in der alle Nachfahren, auch die weiblichen Nachkommen, angezeigt werden.

Verwandtschaftstafeln

Damit lässt sich die Versippung der eigenen Vorfahren mit anderen Familien bzw. Geschlechtern abbilden. Sie bietet interessante Einblicke in die verwandtschaftlichen Verbindungen.

Berufstafeln

Mit solch einer Tafel sind Einblicke in den Status einer Familie möglich und zeigt auf, wie sich über Generationen hinweg der Berufsstand verändert hat und welche Berufszweige vom Vater auf den Sohn weitergereicht wurden.

Krankheitstafeln

Hierzu ist ein richtiges und ausreichend vorhandenes Datenmaterial notwendig, so dass die Vererbung von Krankheiten dargestellt werden kann.

Bilderahnentafel

Ist man in Besitzt von alten Photos seiner Vorfahren, so können Sie eine repräsentative Bilderahnentafel erstellen. Anhand dieser Tafel lässt sich durch Generationen die Veränderung und Vererbung der äußerlichen Erscheinungen verfolgen.

Diagramme und Statistik

Arbeitet man mit einem Computer, so lassen sich die ermittelten Daten über Geburt, Taufe, Bildung, Tod usw. für aussagekräftige Diagramme und Statistiken heranziehen.

Statistik