Die Heraldik und Wappenkunde

Wappen Basis

»Heraldik« geht auf die Kunst der Herolde zurück. Sie waren im Mittelalter Hofbeamte, die bei den Turnieren das Hofzeremoniell überwachten, d.h., die Überprüfung der Turnierordnung und -fähigkeit – die sogenannte Edelblütigkeit – und bei Feldzügen bzw. Reisen ihren Herren vorauszureiten hatten. Sie schufen das Wappenwesen und legten Wappenbücher (Verzeichnisse) an.

Wappen sind die erblichen Kennzeichen einer Familie, Gemeinwesen (Staat, Stadt, usw.) oder einer Körperschaft (Vereine, usw.). Der Begriff »Wappen« kommt vom mittelhochdeutschen Wort wapen, was soviel wie »Waffen« bedeutet. Sie leitet sich von den mittelalterlichen Schutzwaffen »Schild und Helm« ab.

Damit besteht ein Wappen in der Regel aus dem Schild mit dem eigentlichen Bild sowie dem Oberwappen mit Helm, Helmdecke und -zier. Bei den meisten Wappen wird nur noch das Schild gezeigt, wie bei Staaten und Kommunen, das Oberwappen ist fast nur noch bei den Familienwappen anzutreffen.

Die Bestandteile eines Wappen

Der Aufbau eines Wappen mit seinen verschiedenen Bestandteilen finden Sie in der nachfolgenden Übersicht wieder:

Wappen Basis
Decke
Helm
Helmzier
Kleinod
Krone
Schild

Die Abbildung des Wappens wurde aus dem Fachbuch von Peter Bahn, Familienforschung/Ahnentafel/Wappenkunde, aus dem Falken-Verlag entnommen.

Regeln in der Heraldik

Wappen verlangen bei der Gestaltung, das eine Reihe von Regeln eingehalten werden. So sind in der Heraldik nur sechs Grundfarben zulässig, auch Tinkturen genannt. Diese werden in Farbe und Metalle untergliedert. Als Farben gelten Rot, Blau, Grün und Schwarz, als Metalle Gold und Silber. Metalle werden dabei in Wappen häufig mit Gelb und Weiß dargestellt. Eine eher seltene Farbe in der Heraldik ist das Purpur.

 Tinktur Rot Tinktur Blau Tinktur Grün Tinktur Schwarz Tinktur Purpur Tinktur Silber Tinktur Gold
Rot Blau Grün
Schwarz
Purpur
Silber
Gold

Rubin
Recht, Stärke
Tapferkeit
Würde, Liebe

Saphir
Ruhm
Ehre
Aufrichtigkeit
Treue
Beständigkeit  

Smaragd
Freiheit
Fröhlichkeit
Hoffnung
Lieblichkeit
Gesundheit

Diamant
Standhaftigkeit
Demut
Frieden
Tod, Untergang
Trauer

Purpur
kaiserliche Farbe
Hoheit
Würde
Herrlichkeit
Macht

Perle
Reinheit
Keuschheit
Unschuld
Weisheit
Freude

Topas
Herrlichkeit
Ansehen
Hoheit
Würde
Reichtum


Die wichtigste Farbregel gilt dem Verhältnis der Farben zueinander, dem Kontrast. Eine Farbe darf dabei nie auf oder neben einer anderen Farbe stehen. Dasselbe gilt für die Metalle. Laut der heraldischen Farbregel finden sich gewöhnliche Farben auf Metalle oder umgekehrt wieder.

Terminologie der Heraldik

Weitere Begrifflichkeiten aus der Heraldik, die Sie in des Öfteren antreffen werden, sollen hier kurz vorgestellt werden. Für eine weitere vertiefende Einführung in das durchaus interessante Thema »Heraldik« muss ich jedoch auf die zahlreich vorhandene Fachliteratur hinweisen.

  • Gemeine Figuren – Menschen, Tiere, menschliche und tierische Körperteile, Pflanzen, sowie Gegenstände, wie z. B. Schwert, Hammer, Gebäude usw.
  • Heroldsbilder – geometrische Figuren; abstrakte Formen, die entstehen, wenn das Schild durch gerade oder gebogene Linien durchzogen sind.
  • Redende Wappen – bezeichnet ein Wappen, das den Namen oder die Herkunft seines Trägers symbolisiert.
    Zwei Beispiele:
    • Wappen von München (= Mönch)
      Wappen von M252;nchen
    • Wappen von Berlin (= Bär)
      Wappen von Berlin
  • Rechts / Links – nicht vom Betrachter, sondern immer vom Schildträger aus gesehen.
  • Vorne – die rechte Seite des Wappens, wenn dieses in der linken Hand getragen wird.
    --> Mit dieser Seite beginnt stets die Beschreibung eines Wappens!