Ein Gedicht für Rupprecht Geiger

Ein Gedicht für Rupprecht Geiger von K.O.Götz (Handschrift K. O. Götz.).

Gedicht für Rupprecht Geiger

Transkription des Gedichtes:

Für Rupprecht Geiger

Seit ZEN 49 kennen wir uns, wo ich als Gast teilnahm.
In den 60er Jahren waren wir Kollegen am Düsseldorfs Kunstakademie.

Lawinen wälzen flache Sonnen und flache Räume vor sich her.
Der Übergang von absoluter Fläche zur Passage war immer Deine Stärke.

Laszive Meridiane verlaufen senkrecht durch ersten Monolith -
Manische Meuchelmörder vergessen regelmäßig,
ihr Lametta anzulegen.
Ein Glück das du in München lebst.
Doch so manche rote oder gelbe Sonne hast Du in
Düsseldorf gemalt.
Stroh-Fontänen in erdachten Trümmern
waren schon im ersten Weltkrieg
gefürchtet und verhasst.

Donnergluten im Granit,
Sonnenuntergänge am Pol, Nord oder Süd:
Deine Malerei stellt manche Natur-Details
nicht nur in messerscharfe Schatten,
sondern übertrifft den Pomb(?)
in der Pupille und im Hirn.

Die Konsequenz, Brillanz und Stärke Deiner Bilder
hat nie nachgelassen
uns zu faszinieren!

Im Nebelkoma treffen sich Wollust und Orkane.
Entblösste Bilder von Rupprecht Geiger
hatte manche Blinde sehend gemacht

K.O.Götz (?)