Software für den Familienforscher

Immer wieder taucht in verschiedenen Foren, bei Ahnenforschertreffen oder -Vorträgen die Frage auf: »Welches ist die beste Genealogie-Software?« oder »Können Sie mir einen Software für die Familienforschung empfehlen?«

Meine Antwort lautet dann meistens:  »Nun, das kann ich Ihnen leider nicht beantworten!« Denn  es  ist meistens  dem  persönliches Empfinden zu zuschreiben, was jemand Gut oder Schlecht an einem Programm findet. Somit sollte diese Entscheidung jeder für sich selbst entscheiden!

Aber  in diesem Zuge berichte ich dann auch immer wieder gerne, welche Software ich im Einsatz habe. Deshalb möchte ich hier meine persönliche Auswahl von genealogischer Software vorstellen, die ich auch in meiner privaten Familienforschung ganz gerne einsetze und verwende!

Beachten Sie bitte, dass ich hiermit nicht beabsichtige, die vorgestellten Produkte in den Himmel zu loben bzw. die nicht genannte Produkte abwerten möchte!

Es findet sich auch im Web natürlich eine Vielzahl an weiteren und zumeist kompletteren Listen von genealogischen Softwareprodukten. Eine besonders gute Auswahl, wie ich finde, gibt es beim Verein für Computergenealogie (COMPGEN).

Viele Programme erlauben auch die vorherige Prüfung, indem Sie diese als Shareware oder spezielle Prüfversion vom Software-Entwickler/-Hersteller erhalten. Testen Sie deshalb jede Software vorher ausgiebig durch und schälen Sie die persönlichen Vor- und Nachteile jedes einzelnen Produktes heraus. Nur so werden Sie Ihre optimale Software für die Familienforschung finden …

Genealogie-Software für die Datenverwaltung

  • Family Tree Maker 2010 --> Webseite
    Family Tree Make...

    Auch im neuen Design ist es ein Klassiker unter den genealogischen Programmen: das deutschsprachige Programm »Family Tree Maker 2010« aus dem Hause Ancestry.
    • Besonders hervor heben muss man die gute Oberfläche zur Datenpflege und die vielen Möglichkeiten der graphischen Darstellungen und Auswertungen. Auch eine Vielzahl von Berichten können erstellt werden, die jedoch nur sehr begrenzt an eigene Anforderungen der Darstellung angepasst werden können. Auch die Exportfunktionen bei den Berichten könnte noch besser sein!
    • Das Programm läuft sehr stabil und sicher. Abstürze sind bisher bei mir noch nicht vorgekommen. Viele der Daten können erfasst werden, auch wenn die Eingabemasken etwas versteckt und nicht sofort über das Personenblatt zugänglich sind. Da sind benutzerdefinierte Fakten genauso möglich, wie auch eine saubere Quellenverwaltung vorhanden ist.
    • Leider hat das Programm den schwerwiegenden Nachteil, das die deutsche Version vom Hersteller immer noch etwas vernachlässigt wird und die Aktualisierung im Gegensatz zur englischen Versionen immer etwas hinterher hinkt.
      --> Derzeit warten wir auf die nächste Version – »Family Tree Maker 2012« steht wohl schon in der Pipeline …
    • Der Support wird über ein deutschsprachiges Forum bei CompGen optimal unterstützt. Hier findet man auch jede Menge Tipps & Tricks rund um das Programm und kann natürlich auch eigene Fragen einbringen – geholfen wird meistens schnell und kompetent!
    • Im Zusammenhang mit den tollen graphischen Darstellungen und Auswertungsmöglichkeiten bietet sich das Programm als optimale Ergänzung zum genealogischen Programm »PAF« oder »Gramps« an, dass in diesen Punkten etwas puristisch daher kommen.

  • Gramps --> Webseite
    Gramps

    In vielerlei Hinsicht ist dies eine besondere Software, die auch noch kostenlos verwendet werden kann.  und daher Schwanke ich hier auch noch. Es entspricht allen
    • Die Oberfläche ist klar gegliedert und die Eingabemöglichkeiten sind vielfach. Sie ist zwar nicht besonders bunt und entspricht damit einer tpyischen Python-Anwendung (=Programmiersprache, mit der Gramps entwickelt wird), doch dadurch lenkt sie auch nicht wirklich beim Arbeiten ab und erlaubt eine flüssige Eingabe.
    • Betreffend der Oberfläche, Funktionen und Eingabemöglichkeiten siedelt es sich irgendwo zwischen »PAF« und »Family Tree Maker 2010« an. Gott sei dank mit der Option, dass es auf jeden Fall weiterentwickelt wird!
    • Die Handhabung der Eingabe ist an mancher Stelle etwas anders als in anderen Programmen. Aber nach einer geringen Einarbeitungszeit kommt man damit sehr schnell zurecht.
    • Insbesonders die gute Ortsverwaltung ist einer der Punkte, die für mich persönlich die Software zu den Top 10 der Genealogiesoftware zählen lässt.
    • Auch die Datenhaltung und Export sind interessant – so basiert einer der Datenaustauschformate auf XML, und damit habe ich jederzeit auf alle Inhalte der Datenbank Zugriff und auch für die Zukunft eine gewisse Datensicherheit vorliegen, wenn ich das XML als Basis für eine Konvertierung und/oder Datenbank-Import benützen möchte. Im schlimmsten Fall kann ich das XML immer noch in einen Texteditor öffnen und damit die Daten sichten oder weiterverarbeiten.
    • Die Software ist auch für den USB-Stick tauglich! So kann man jederzeit »seine« Software bei sich haben und auch auf andere Rechner seine Ergebnisse präsentieren und bearbeiten

  • PAF (Personal Ancestral File) --> Webseite
    PAF

    Eine kostenlose Software, die auch was taugt? Dann spricht man von »PAF«, dem kostenlosen Genealogieprogramm der Mormonen.
    • Das auf dem ersten Blick etwas farblose und puristisch anmutende Oberflächendesign birgt darunter aber einen durchaus leistungsstarken und funktionalen Kern. So bietet es derzeit als eines der wenigen genealogischen Programmen die Unterstützung von Unicode – insbesondere bei der Eingabe von osteuropäischen Familiennamen und Ortschaften ein wirklicher Segen!
    • Alle Eingaben erfolgen direkt über das Personenblatt. Darüber hinaus gibt es noch zum Navigieren eine Listendarstellung aller Personen sowie die Familien- und Stammbaumsicht, über die die Personen ebenfalls zum Editieren aufgerufen werden können.
    • Besondere Stärken besitzt es im Bereich der Berichte und Protokolle – diese sind in einer Vielzahl schon vordefiniert und können jederzeit individuell angepasst werden. Wenn Sie das schlichte, aber funktionale Layout nicht als zu störend empfinden, haben Sie hier die besten Funktionalitäten vorliegen. Auch besteht die Möglichkeit, seine Daten direkt als HTML-Dateien zu exportieren.
    • Die graphische Auswertung und Darstellung hingegen ist das Manko von »PAF« – für das normale Arbeiten mögen die Funktionen ausreichend sein, zum Präsentieren jedoch sind sie nicht geeignet. Hier empfiehlt sich der Export als GEDCOM-Datei und der Austausch mit einem anderen genealogischen Programm, das in diesem Punkt besser als »PAF« ist – zum Beispiel das Programm »Familienstammbaum 7.0«
    • Es gibt auch für »PAF« eine deutschsprachige Mailingliste, die ebenfalls zu empfehlen ist. Jedoch sind die guten Onlinehilfen und die Kontexthilfe jederzeit ausreichend genug und hilfreich zugleich – mehr braucht es fast gar nicht!

  • AGES!  --> Webseite
    Ages!

    Klein, aber oho! Das trifft auf das Programm »AGES!« zu. Ein kleines und kompaktes Programm, das keine Wünsche an die Eingabe und Benutzerführung setzt.
    • Mit dem einfachen, aber auch genialen Ansatz, direkt auf das GEDCOM-Format eine Oberfläche darauf zu setzen und damit Viewer und Editor zugleich zu sein, besteht ein Programm, das voll und ganz auf die Funktionalitäten von GEDCOM baut. Import/Export-Probleme mit GEDCOM sind damit passé.
    • Alle Daten können direkt über das Familienblatt eingegeben werden, auch Multimediadaten und Quellen.  Mit der letzten Version wurde auch die Eingabe von geographischen Informationen integriert, so dass viele Daten auch einen konkreten Bezug über eine Karte erlauben.
    • Die graphische Oberfläche mit dem an Windows angepassten Design tut sein weiteres dazu, so dass man mit dem Programm ziemlich schnell und auf einfache Art und Weise arbeiten kann.
    • Auch die Berichte und Darstellungen wurden in der letzten Version weiter verbessert.
    • Da das Programm aber ständig weiterentwickelt wird und es bestimmt die eine oder andere Funktion noch hinzukommen wird, muss man diese Software unbedingt im Auge behalten!

  • Ahnenblatt  --> Webseite
    Ahnenblatt

    Noch ein weiteres interessantes Programm – und wiederum kostenlos! Es bietet eine einfache Handhabung und leichte Pflegemöglichkeiten, sowie eine klare und übersichtliche Oberfläche, die das Programm als Viewer für GEDCOM-Dateien empfiehlt.
    • Eingabe der Daten erfolgt über eine eigene Eingabemaske, wobei alle gängige Daten erfasst werden können. Auch Quellen und Medien können für jede Person hinzugefügt werden.
    • Berichte, Diagramme und Darstellungen sind vorhanden; zwar teilweise etwas einfach, was aber die Listen und Tafeln sehr übersichtlich darstellen lassen.
    • Sehr gute Statistik- und Überprüfungsfunktionen (=Plausibilitätsprüfung)
    • Unicode-Unterstützung, was ja bei vielen ausländischen Bezeichnungen interessant sein kann, wie z. B. Forschung im östlichen Europa oder ehemaligen deutsche Bezirke

Spezielle Software für den PDA

  • PAF for Palm --> Webseite
    PAF for Palm

    Dieses Datenbankprogramm für den Palm wird direkt über das Hauptprogramm »PAF« gespeist und erlaubt das Anschauen der eigenen genealogischen PAF-Daten. Eine Zusatzsoftware ist dabei nicht notwendig!
    • Die Navigation und Darstellung der Daten sind im Anbetracht des kleinen Palm-Display gut gelöst worden und stellt diese geordnet und übersichtlich dar. Zu keinem Zeitpunkt sehen die Informationen wie »in das Fenster« gepresst aus.
    • Zum Mitnehmen seiner PAF-Daten ist diese Software also wirklich gut geeignet und kann als Viewer nur empfohlen werden. Vor allem da es ebenfalls  wie das Hauptprogramm »PAF« kostenlos ist!

Spezielle Software für ein Tablet-PC

  • Derzeit ist hier nichts hinterlegt

Software für den USB-Stick

Software für die Medienverwaltung

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Software für die Darstellung

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