Constanze GeigerPianistin, Komponistin und Schauspielerin
* 16.10.1836 in Wien
† 24.08.1890 in Dieppe, Frankreich

Name

  • Bekannt auch unter: Geiger, Constanze, Constanza, Konstanze, verh. Baronin/Freifrau von Rutenstein, RuttensteinButtenstein

Vita [1]

Bereits in frühester Kindheit erhielt sie Klavierunterricht von ihrem Vater. Im Alter von sechs Jahren debütierte sie als Pianistin in Wien. Diese frühen öffentlichen Auftritte wurden insbesondere von der Mutter forciert, die eine Karriere ihrer Tochter als Wunderkind anstrebte.

Als Neunjährige trat Constanze Geiger erstmals auch als Komponistin in Erscheinung. Diesen ersten Kompositionsversuch würdigte das Publikum mit großem Beifall, die Fachzeitschriften jedoch werteten meist negativ. Auch spätere Kompositionen des Mädchens wurden von der Presse oft negativ beurteilt.

Die Pianistin unternahm, vermutlich in Begleitung ihres Vaters, zahlreiche Konzertreisen, welche sie zunächst innerhalb Wiens und Österreichs bekannt machten und ab 1852 auch nach Deutschland und Böhmen führten.

Daneben absolvierte sie ab 1852 erste Auftritte als Schauspielerin. Allerdings beschränkte sich ihre Tätigkeit auf der Bühne nicht auf das Schauspiel. Die junge Frau trat hier auch als Pianistin auf und präsentierte dabei u. a. eigene Kompositionen. Diese Art der »musikalisch-theatralischen Vorstellung« gab Constanze Geiger von 1852 bis 1860 regelmäßig in verschiedenen Städten und zu verschiedenen Anlässen.

Am 23. Apr. 1861 heiratete Constanze Geiger in der Wiener Schottenkirche den Prinzen Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha (1824-1884). Diese morganatische Ehe des Musik liebenden Leopold, Generalmajor der österreichischen Armee, mit der bürgerlichen Musikerin wurde von Mitgliedern der Familie des Prinzen sehr missbilligt. Der Hochzeit ging eine längere Bekanntschaft und Liebesbeziehung voraus. Kennengelernt hatte sich das Paar im Wiener Gasthof »Zum Goldenen Lamm«, das seinerzeit ein Treffpunkt für Politiker und Künstler war und in dem das Ehepaar auch nach 1861 häufig die Nähe von Künstlern suchte. Noch vor der Hochzeit kam am 12. Okt. 1860 der Sohn Franz Assis Leopold Joseph zur Welt.

Nach der Eheschließung im Jahre 1861 zog sich Constanze Geiger aus dem öffentlichen Konzert- und Theaterleben zurück. Auch Kompositionen sind von diesem Zeitpunkt an nicht mehr belegt. Am 12. Okt. 1862 nobilitierte Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha die Künstlerin zur Freifrau von Ruttenstein, nach dem gleichnamigen Besitz des Hauses Coburg bei Grein in Oberösterreich.

Constanze Freifrau von Ruttenstein starb am 27. Aug. 1890 im Alter von 54 Jahren in Dieppe/Frankreich in Folge eines Leberleidens und wurde auf dem Friedhof Montmatre in Paris bestattet.

Familie

  • Vater: Joseph Geiger, österr. Komponisten und Pianisten (→ GEIGER-Forum)
    * 20.03.1810 in Fischamend
    † 30.12.1861 in Wien
  • Mutter: Teresia Geiger, Wiener Hutmacherin

Quellen

[1] Sophie Drinker Institut, »Constanze Geiger«; https://www.sophie-drinker-institut.de/geiger-constanze

Bildnachweis

[1] Constanze Geiger, 1849, im Alter von 13 Jahren, Sophie Drinker Institut, »Constanze Geiger«; https://www.sophie-drinker-institut.de/geiger-constanze